Die Lesung aus „Meine Haut packt aus“ lockte über 30 Interessierte in die Bibliothek am Meer. „Es ist kein Wohlfühlbuch“ und „Es ist nicht die Aufgabe von Schwarzen Menschen, gegen Rassismus aufzustehen, sondern Aufgabe der weißen Mehrheitsgesellschaft, aber für mich ist der politische Aktivismus, die Anti-Rassismus-Arbeit zum Beispiel durch dieses Buch, auch heilend und empowernd, deshalb teile ich meine Geschichten“ – diese Aussagen von Brigitte Malungo beeindruckten das Orga-Team besonders.
Auch die zahlreichen Besucherinnen und Besucher der Lesung aus „Meine Haut packt aus“ waren sichtlich und hörbar beeindruckt und fast überwältigt von der Wucht der Rassismus-Erlebnisse der Autorin. Die erste von Brigitte Malungo vorgetragene Kurzgeschichte, „Ruhe in Frieden, Mbutu“, thematisiert einen rassistisch motivierten Mord und damit setzte die Autorin gleich ein Ausrufezeichen: „Rassismus tötet!“, so sagte sie es auch im anschließenden Publikumsgespräch noch einmal unmissverständlich. Mit entsprechender Betroffenheit und Erschütterung lauschte das Publikum den weiteren Erzählungen, die allseits bekannte rassistische Diskriminierungen bei der Wohnungssuche, bei der Frage „Woher kommst du WIRKLICH?“ und die Ausgrenzung als „anders“ behandeln, aber in der Authentizität des Vortrags eine ganz neue, schmerzhafte Eindrücklichkeit bekamen.
Die Geschichten sind „meine Vergangenheit, meine Gegenwart und den aktuellen Geschehnissen nach zu urteilen leider auch meine Zukunft: Alltagsrassismus und Mikroaggressionen sind mein Alltag als Schwarze Frau, meine Realität, der ich mich nicht entziehen kann“ – diese Worte aus dem Vorwort bilden eine passende Überschrift zu dem anschließenden Publikumsgespräch, das Tobias Bachmann von „Büsum bleibt bunt“ moderierte und mit eigenen Fragen einfühlsam und zugleich zielführend eröffnete: Vor allem die Frage nach der Resilienz, die aus der Auseinandersetzung mit dem Schmerz für die Autorin erwachsen konnte und die nach der Solidarität, die sie sich von den Menschen, die nicht selbst von Rassismus betroffen sind, wünscht, gaben noch weitere Einblicke. „Solidarität ist ein Marathon – sie kann durch konkrete solidarische Handlungen, wenn man Rassismus miterlebt, bestehen, aber dazu gehört auch, sich weiterzubilden und mit den rassistischen Strukturen unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen und immer wieder laut gegen Rassismus Stellung zu beziehen“ lautete Brigitte Malungos umfassende und zugleich motivierende Antwort.
Nach dem Gespräch gab es noch Gelegenheit, Bücher signieren und Fotos machen zu lassen, außerdem überreichte Bürgermeister Oliver Kumbartzky das Büsumer Maskottchen „Neele“ und Brigitte Malungo trug sich in das Büsumer Gästebuch ein.
„Büsum bleibt bunt“ bedankt sich für die Unterstützung der Lesung beim Hotel-Restaurant „Zur Alten Post“ und der VR Bank Westküste.


